Kulturausschuss beschließt Unterstützung von neun Projekten

In der gemeinsamen Sitzung hat sich der Kulturausschuss des Kulturfonds auf die Förderung von neun kulturellen Projekten in Frankfurt RheinMain verständigt. Insgesamt werden diese mit einer Summe von 1,47 Millionen Euro unterstützt.

In den für eine Förderung ausgewählten Projekten sieht der Kulturausschuss eine gelungene Mischung unterschiedlicher Sparten und thematischer Schwerpunkte. So können sich Kulturinteressierte auf außergewöhnliche Künstler und Produktionen sowie spannende Kooperationen zwischen renommierten Kulturinstitutionen freuen. Bei der Auswahl der Projekte sind die Qualität der eingereichten Konzepte und der Vernetzungsgedanke entscheidende Kriterien. Die Vorsitzende des Kulturausschusses Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, sieht in den vielen interessanten Projekten ein ermutigendes Signal: „Auch wenn die Kulturbranche auf Grund der Pandemie aktuell stark eingeschränkt ist, sehen wir, dass die vielen Kunst- und Kulturschaffenden in der Region mit Leidenschaft an neuen Konzepten und Ideen für das kommende Jahr gearbeitet haben und weiter arbeiten. Die Ausstellungen, Musikfestivals und Theaterproduktionen bieten Hoffnung für ein Jahr, in dem wir die Kultur als Lebenszeichen dringend brauchen.“ Für den Kulturausschuss sei es bei der Auswahl der Projekte wichtig gewesen, Projekte zu fördern, die die Frage des gesellschaftlichen Zusammenlebens berühren: „Ausgewählte Projekte wie Musikfestival ‚Fratopia‘ oder das Kooperationsprojekt ‚METAhub‘ werfen ihren Blick auf die Frage, wie wir bislang als Gesellschaft zusammengelebt haben und wie wir uns das Miteinander in Zukunft vorstellen. Es ist wichtig, dass wir diesen Diskurs gemeinsam führen.“

Der Kulturfonds sei in der Zeit der Pandemie ein zuverlässiger Ansprechpartner, sichert Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, zu. Gerade jetzt sei es wichtig, so Wolff, flexibel auf die Herausforderungen der Partner reagieren zu können: „Wir stehen den Kulturorganisationen als verbindlicher Partner zur Seite. Das heißt in diesen Zeiten, dass wir gemeinsam versuchen, kreative Lösungen für die aktuellen Probleme des Kulturbetriebs zu finden und an unseren Förderzusagen festzuhalten. Das schafft dringend notwendige Planungssicherheit für unsere Förderpartner.“ Ein guter Dialog sei daher nun umso wichtiger, so Wolff weiter: „Wir sehen zwar, dass verständlicherweise viel Verunsicherung herrscht, sehen aber auch einen immensen Zusammenhalt innerhalb der Kulturbranche.“

Die Förderung der unterschiedlichen Kulturprojekte ist darüber hinaus ein starkes Zeichen für die Vernetzung von Kunst und Kultur zwischen den kulturellen Disziplinen und regional in Frankfurt RheinMain. Mit seiner Arbeit unterstützt der Kulturfonds das Ziel, in einer wirtschaftlich eng verzahnten Region auch im kulturellen Bereich Synergien zu erzielen und so die Strahlkraft der hiesigen Kulturprojekte zu verstärken. In der aktuellen Sitzung sind folgende neun Projekte ausgewählt worden:

Die Projekte:

Mit dem Projekt „ENTER DARMSTADT“ erkundet das Staatstheater Darmstadt vom 1. Januar 2021 bis zum 30. September 2022 die Stadt Darmstadt vom Zentrum bis zu den Verästelungen des Stadtgebietes, vor allem mit besonderem Fokus auf den Süden Eberstadts. In drei Teilprojekten wird sich auf die Suche nach der Stadt und nach Verbindungs- und Verständigungsmöglichkeiten einer pluralen Gesellschaft begeben. Das Publikum erwartet eine Bandbreite an künstlerischen und partizipativen Elementen von einem Theaterparcours über ein Musikfestival bis hin zu Gründung einer FUTURE-WG.

Anlässlich des 50. Geburtstages der britischen Dramatikerin Sarah Kane (1971 – 1999) bringt die Farbenfabrik Dr. Carl Milchsack e.V. ihr Gesamtwerk in einer Koproduktion und Kooperation nach Frankfurt. Als eine der Initiatorinnen und radikalsten Vertreterinnen des britischen IN-YEAR-FACE-Theaters der 1990er Jahre, gelang es ihr, mit einer dramatischen und literarischen Breite die Grenzen des Darstellbaren im Theater auszuweiten. Zur Premiere sollen sechs künstlerisch voneinander unabhängige Stücke von bzw. zu Sarah Kane zur Aufführung gebracht werden und von einem umfassenden Rahmenprogramm begleitet werden. Das Programm mit dem Titel „20.21 KANE innen“ beginnt am 4. Februar 2021 und endet am 25. Juli 2021. Partner des Projekts sind: Landungsbrücken, Mädchen*Theater, Kortmann&Konsorten, Pan Productions, Hannah Schassner und Fielimpuks. Spielstätte sollen die Frankfurter Landungsbrücken sein.

Zu Beginn des Jahres widmet die Schirn Kunsthalle dem Künstlerduo Gilbert&George anlässlich ihrer über 50 Jahre währenden Zusammenarbeit eine umfangreiche Retrospektive. Vom 12. Februar bis zum 16. Mai 2021 können Interessierte die umfassende Werkschau des in London lebenden Duos in der Schau „Gilbert&George. The Great Exhibition.“ betrachten. Ob Tod, Hoffnung, Sexualität oder Angst - die beiden blicken mit ihren Arbeiten auf die großen Themen der Welt, die jeden Einzelnen betreffen. In enger Zusammenarbeit mit den beiden Künstlern entstanden, zeigt die Schirn einen einzigartigen Überblick über ihr wegweisendes Werk.

Eine ganz neuartige Form der Zusammenarbeit starten das Jüdische Museum Frankfurt, das Archäologische Museum Frankfurt und das Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt im kommenden Jahr unter dem Titel „METAhub: Museums, Education, Theater, Arts – Kultur im digitalen und öffentlichen Raum“. Das Jüdische und das Archäologische Museum stellen Objekte ihrer Ausstellung auf einer gemeinsamen digitalen Plattform unter offenen Lizenzen zur Verfügung, während das Künstlerhaus Mousonturm namhafte Küntlerinnen und Künstler dazu einlädt, die museale Erschließungsarbeit performativ zu begleiten und im Stadtraum sichtbar zu machen. Ob Augmented Reality oder Diskurs – das Publikum wird eingeladen, sich auf die Spuren gesellschaftsrelevanter Orte und Kulturgüter zu begeben. Das Programm findet vom 1. März 2021 bis zum 31. Dezember 2023 statt und ist unter dem aktuellen Schwerpunkt „Erzählung.Macht.Identität.“ des Kulturfonds Frankfurt RheinMain angesiedelt.

Das Hessische Staatstheater holt im Frühsommer ein monumentales Opernwerk nach Wiesbaden. Mit Babylon ist Jörg Widmann, einem der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit, ein echtes Meisterwerk gelungen. Vom 1. Mai bis zum 17. Juli 2021 läuft die erste Aufführung der neuen Fassung. Mit zwei Chören und außergewöhnlichen Orchesterinstrumenten erzählt das Stück eine Geschichte biblischen Ausmaßes.

Im Sommer 2021 kehren die renommierten Brüder Grimm Festspiele Hanau zurück. Nachdem die Festspiele 2020 pandemiebedingt ausfallen mussten, ist die 36. Ausgabe vom 14. Mai bis zum 25. Juli 2021 wieder fester Bestandteil im Amphitheater in Hanau. Ein Highlight ist die Aufführung der Sage vom „Rattenfänger von Hameln“, die in der Grimm’schen Fassung als Schauspiel aufgeführt wird und unter dem Themenschwerpunkt „Erzählung. Macht. Identität.“ des Kulturfonds Frankfurt RheinMain läuft. Ein weiterer Höhepunkt der kommenden Festspiele ist die Uraufführung der szenischen Lesung „ICH, HÖLDERLIN!“ von Friedrich Hölderlin.

Im kommenden Herbst eröffnet die Alte Oper die Saison mit „Fratopia – Festival der Entdeckungen“. Mit dem Festival feiert die Alte Oper die Rückkehr zum Spielbetrieb und setzt gleich zu Beginn der neuen Saison mit dicht gefülltem Programm ein echtes Highlight. Der Name, der sich aus „Frankfurt“ und „Utopien“ zusammensetzt, rückt vom 22. September bis zum 2. Oktober 2021 ortsbezogene Formate in den Fokus.

Mit dem internationalen Streicher-Festival „Frau Macht Musik“ wirft die Kronberg Academy einen Blick auf die Rolle der Frau in der klassischen Musik. Die Academy untersucht den Einfluss von Frauen als Komponistinnen, Muse oder Mäzenin. Im Rahmen von 15 Konzerten präsentiert sie vom 29. September bis zum 3. Oktober 2021 die unterschiedlichen Rollen der Frauen in der Musik. Das Publikum erwartet eine Auswahl hochkarätiger Solist/innen aller Generationen und vieler Nationen sowie zwei internationale Orchester.

Das Liebieghaus Skulpturensammlung Frankfurt widmet dem seit 2017 aufwendig restaurierten Rimini-Altar die Ausstellung „Prachtvoll Weiß. Der Rimini-Altar und seine Restaurierung.“ Ziel ist es, die Geschichte dieser weltberühmten Figurengruppe aufzuzeigen, die methodisch herausfordernde Restaurierung und die Besonderheiten des Materials darzustellen. Vom 3. November 2021 bis zum 24. April 2022 wird die Ausstellung zu einem der bedeutendsten Alabasterensembles zu sehen sein.

Darüber hinaus wird der Kulturfonds Aktivitäten fördern und vernetzen, die eine Bewerbung von Frankfurt RheinMain als „World Design Capital“ unterstützen.

Mehr über die Arbeit des Kulturfonds erfahren Sie unter www.kulturfonds-frm.de.