Fast 500 Förderprojekte verweisen auf Erfolg des Kulturfonds

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain feiert 2018 sein zehnjähriges Bestehen und kann zum Jubiläum eine überaus positive Bilanz ziehen. Mit fast 500 realisierten Projekten aus den unterschiedlichsten Genres ist es dem Fonds gelungen, die Kulturaktivitäten der Region zusammenzuführen und Kunst- und Kulturprojekte von nationaler wie internationaler Strahlkraft zu fördern. Langfristig soll auf diese Weise die starke Position von Frankfurt RheinMain auf dem Gebiet der Kultur gefestigt und weiter ausgebaut werden. „Durch die vereinten Kräfte aller Beteiligten hat sich der Kulturfonds Frankfurt RheinMain in den letzten zehn Jahren zu einer fest etablierten Institution im Rhein-Main-Gebiet entwickelt, die für die Realisierung zahlreicher und vor allem außergewöhnlicher wie kreativer Projekte unverzichtbar geworden ist. Viele davon hätte es ohne die Unterstützung des Kulturfonds nicht gegeben! Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft beschreiten und viele neue Projekte fördern“, so Dr. Helmut Müller, der dem Kulturfonds seit Juli 2013 als Geschäftsführer vorsteht. Von 2008 bis 2012 oblag die Führung des Kulturfonds Prof. Dr. Herbert Beck. Im Anschluss daran übernahm Dr. Albrecht Graf von Kalnein bis 2013 die kommissarische Leitung des Fonds.
Gegründet wurde der Kulturfonds Frankfurt RheinMain von den Städten Frankfurt und Darmstadt, dem Land Hessen sowie dem Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis. Seit 2012 gehören auch die Landeshauptstadt Wiesbaden sowie seit 2013 die Stadt Hanau zu den Gesellschaftern. Zudem beteiligen sich Bad Vilbel, Offenbach am Main und Oestrich-Winkel im Rahmen von Kooperationsverträgen. Den Anstoß für die Gründung des Fonds lieferte das im Jahr 2001 in Kraft getretene Ballungsraumgesetz, der Vorläufer des „Gesetzes über die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main“, das die Gemeinden dazu anhielt, verschiedene Aufgabenbereiche – so auch Kunst und Kultur – in Kooperativen zu organisieren. Der bis dato erfolgreiche Weg des Kulturfonds Frankfurt RheinMain zeigt, wie eine gelungene Zusammenarbeit auf freiwilliger Basis aussehen kann. Dabei entstand eine Institution, die es so in Deutschland nicht noch einmal gibt: Insgesamt 487 Projekte aus den Sparten Bildende Kunst, Musik, Architektur, Darstellende Kunst, Fotografie, Film, Literatur, Schauspiel, Tanz und Wissenschaft konnten mit vereinten Kräften und einer Gesamtsumme von über 50 Millionen Euro realisiert werden. Das Budget bestreiten die Gesellschafter des Kulturfonds: Die Städte entrichten 2 Euro, die Landkreise 1,60 Euro pro Bürger und Jahr. Das Land Hessen verdoppelt dann den Betrag. Jede Förderung wird ausgiebig diskutiert. Denn eine durchdachte und sinnhafte Auswahl neuer Förderprojekte ist für alle Partner unabdingbar. Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises und Vorsitzender des Kulturausschusses, dazu: „In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, eine sach- und vor allem zielorientierte Arbeitsweise zu etablieren, von der alle profitieren. Der Kulturfonds ist zu einem der – leider noch zu wenigen – Vorzeigebeispiele für eine gute Zusammenarbeit in der Region und mit dem Land Hessen geworden. Durch die engagierte und dauerhafte Zusammenarbeit in der Region wird jeder Euro koordiniert in Projekte gesteckt. Die Grundlage liegt in einem vertrauensvollen und immer an der Sache ausgerichteten Miteinander.“ Unterstützung erhält der Kulturausschuss dabei vom Kuratorium des Kulturfonds, in dem derzeit insgesamt zwölf national wie international anerkannte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Kultur zusammenkommen. Diese stammen aus ganz Deutschland und haben meist eine besondere Beziehung zum Rhein-Main-Gebiet: „Die aus verschiedenen Fachdisziplinen gebündelte Expertise schafft fruchtbare Synergien, die Kulturausschuss und Geschäftsführung beispielsweise bei der Auswahl neuer Kulturprojekte zu Gute kommen. Auch hier wird wieder deutlich, dass sich der Erfolg des Kulturfonds nicht zuletzt auf das hervorragende Zusammenspiel aller beteiligten Partner stützt“, so Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann, Vorsitzender des Kuratoriums und Nachfolger der langjährigen Gründungsvorsitzenden Ruth Wagner, Staatsministerin und Vizeministerpräsidentin a.D..

Viele der auf diesem Weg ausgewählten Förderprojekte unterstützte der Kulturfonds im Rahmen seiner bisherigen drei temporären Themenschwerpunkte, die von Prof. Dr. Herbert Beck ins Leben gerufen wurden. Sie sind eine Einladung an alle Institutionen und Kulturschaffenden der Region, den Schwerpunkt in ihre Arbeit einzubeziehen und auch durch eigene Projekte zu ergänzen. Verschiedene Arbeiten und Projekte bieten so neue Einsichten und Erkenntnisse zu einer Zeitepoche oder einem gesellschaftlichen Phänomen, wie zum Beispiel „Transit“. Den Anfang machte von 2009 bis 2012 „Phänomen Expressionismus“ mit rund 460.000 Besucherinnen und Besuchern, das die enge Verknüpfung des Expressionismus mit dem Rhein-Main-Gebiet hervorhob. Zwischen 2012 und 2015 widmete sich der Kulturfonds dem Schwerpunkt „Impuls Romantik – Rheinromantik, Mainromantik“ mit rund 350.000 Besucherinnen und Besuchern, der die Gedankenwelt des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts sowie ihre Auswirkungen auf die Region und den gesellschaftlichen Wandel beleuchtete. Noch bis Ende des Jahres stehen im Rahmen des 2015 initiierten dritten Schwerpunkts „Transit“ verschiedene Formen des Durchgangs sowie das Rhein-Main-Gebiet als Transitraum im Fokus.

Eine weitere Besonderheit ist die Etablierung des Förderprogramms „KUNSTVOLL“, das sich gezielt an Schülerinnen und Schüler richtet und die kreative Umsetzung von Kunst- und Kulturprojekten mit Künstlern oder Kulturinstitutionen unterstützt. Darüber hinaus unterstützt der Kulturfonds die Crowdfunding-Initiative „kulturMut“, kooperiert mit namhaften Stiftungen der Region und initiiert verstärkt auch eigene Projekte und Projektreihen. „Durch die Umsetzung eigener Projekte und das Kuratieren und Begleiten von Projektreihen wie literaTurm, den Frankfurter Lyriktagen oder den Goethe-Festwochen in der Region können wir Kunst und Kultur ganz gezielt auch in die ganze Region bringen. So stärken wir das kulturelle Angebot im gesamten Rhein-Main-Gebiet und ermöglichen einem breiten Publikum den Zugang zu Kunst und Kultur“, erläutert die stellvertretende Geschäftsführerin und Kuratorin des Kulturfonds, Dr. Julia Cloot.

Der Erfolg des Kulturfonds ist nicht nur das Ergebnis eines bewährten Kooperationsmodus, der sich in den vergangenen zehn Jahren zwischen allen Beteiligten etabliert hat. Er verweist ebenso darauf, welches Potential der regionalen Kooperation zukommt. Dr. Helmut Müller dazu: „Dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain ist es gelungen, zu demonstrieren, was mit vereinten Kräften möglich ist. Denn letztlich konnten viele Projekte nur durch gemeinsame Anstrengung und viel Engagement von allen Seiten realisiert werden. Ich hoffe, dass sich dieser Gemeinschaftsgeist auch außerhalb von Kunst und Kultur durchsetzt und – beispielsweise mit Blick auf aktuelle Themen wie Wohnen und Verkehr – in anderen Bereichen Früchte trägt. Für den Kulturfonds gilt: Wir alle blicken mit Stolz auf die ersten erfolgreichen zehn Jahre. Nun schauen wir optimistisch und voller Freude auf die nächsten zehn!“

Anlässlich des Jubiläums schickt der Kulturfonds das Projekt Kino Varieté RheinMain auf die Reise, das lokale Filmgeschichte in jeder der Mitgliedskommunen und in jedem Mitgliedslandkreis des Kulturfonds vorstellt. Kino Varieté nimmt das Publikum mit auf eine Zeitreise und lässt den Zauber des frühen Kinos mit Live-Musik, Tanz und Akrobatik erleben – ein echtes Jubiläumsprogramm, das sich auch an die kleineren Filmkunsttheater und Bühnen wendet. Das Programm orientiert sich an Spielfolgen des Stummfilmkinos und präsentiert regionale Wochenschauen und Werbefilme, bevor der jeweilige Hauptfilm beginnt.
Die Reihe startet am Samstag, 29. September, von 18:00 bis 20:00 Uhr im Haus am Dom in Frankfurt am Main. Weitere Stationen bis zum nächsten Sommer sind Kronberg, Bad Soden, Hanau, Offenbach, Bad Vilbel, Darmstadt und Wiesbaden.