Die Crowdfunding-Initiative „kulturMut“ der Aventis Foundation geht mit dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain in die fünfte Runde

 

Vom 1. September bis 15. Oktober 2017 können sich Kulturschaffende, Studierende, Absolventen und professionelle Kulturinstitutionen aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet für eine Teilnahme an der Crowdfunding-Initiative „kulturMut“ bewerben, die von der Aventis Foundation und der Internetplattform Startnext entwickelt wurde. Durch die Fortsetzung der Partnerschaft mit dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain kann wieder ein Preisgeld von bis zu 250.000 Euro vergeben werden. Bewerbungsformular, Teilnahmebedingungen und Termine findet man unter www.kulturMut.de.

Mehr als nur Projektfinanzierung

 

Das Crowdfunding zur Finanzierung von Kulturprojekten hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. In der Region Frankfurt Rhein-Main spielt die Marke „kulturMut“ dabei eine wesentliche Rolle. Das zeigen die Anzahl und die Qualität der 202 bisher bei „kulturMut“ eingegangenen Bewerbungen. Eugen Müller, Geschäftsführender Vorstand der Aventis Foundation: „Mit der Initiative ‚kulturMut‘ haben wir hier in der Region zum ersten Mal Crowdfunding und Kulturförderung zusammengeführt. Das hat dem Thema Crowdfunding einen deutlichen Schub gegeben, insbesondere in der freien Kulturszene. Das liegt auch daran, dass Crowdfunding mehr ist als eine alternative Komponente der Finanzierung. Es bietet Chancen, die praktisch unbegrenzte Bühne des Internets für die eigene kreative Präsentation zu nutzen, Förder- und Freundeskreise in den digitalen Medien aufzubauen oder auch Projektideen wie in einem Testlabor zu erproben.“ Die Erfahrung zeigt, dass die kulturMut-Projekte über diesen neuen Weg auch vor allem eine jüngere Zielgruppe erreichen. Rund 48% der Seitenaufrufe bei den Projektpräsentationen erfolgen durch Menschen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren.
 
Große Zahl von Unterstützern

 

 

 

In den vergangenen vier Jahren wurden 85 Projekte mit einem Volumen von insgesamt ca. 1,4 Mio. Euro unterstützt und finanziert. Es bewarben sich insgesamt 202 Kulturprojekte. 105 Projekte wurden zugelassen, von denen 85 erfolgreich finanziert und realisiert werden konnten. Die sich daraus ergebende Erfolgsquote von 80% – deutlich höher als der sonstige Durchschnitt bei Startnext – ist zurückzuführen auf die Qualifizierung der Starter durch Workshops und Beratung sowie auf das Cofunding durch Stiftung und Kulturfonds. Die Projekte mobilisierten insgesamt mehr als 14.000 Unterstützer, die zusammen mehr als 465.000 Euro auf die Crowdfunding-Konten einzahlten. Weitere 895.000 Euro kamen als Förderung und Preisgeld von der Aventis Foundation und im letzten Jahr auch vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain hinzu, die damit fast zwei Drittel des Finanzierungsbedarfs ergänzten. Das Besondere beim Crowdfunding bleibt aber, dass viele Menschen gemeinsam die Projekte, für die sie sich begeistern, mit kleineren oder größeren Beträgen unterstützen. Die durchschnittliche Unterstützungssumme in der vierten Runde von kulturMut im Jahr 2016/17 lag bei 44 € pro Unterstützer und hat sich im Vergleich zum Vorjahr mit 31 € pro Unterstützer deutlich gesteigert.

Impuls für die freie Kulturszene

 

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain: „Mit unserem Engagement schaffen wir einen zusätzlichen finanziellen Spielraum, durch den sich der Bewerberkreis und die Art der Förderprojekte erweitert haben. Vermehrt freie Künstlergruppen und Kulturinitiativen nutzen ‚kulturMut‘ als zusätzliche Option und Instrument zur Finanzierung ihrer Projekte. Auch gerade junge, zum Teil noch nicht etablierte Künstlerinnen und Künstler finden hier eine Basis, um ihre qualitativ hochwertigen, kreativen und spannenden Ideen umzusetzen und sich einen Namen zu machen. Verglichen mit anderen Finanzierungswegen bietet Crowdfunding bei der Finanzierungsfrage am meisten Raum für Kreativität und ist ein interessanter Ansatz für jene Projekte freier Künstler, die im klassischen Kulturbetrieb häufig eher geringe Chancen auf Unterstützung und Förderung hätten.“
 
Und so funktioniert „kulturMut“

 

 

 

Kulturschaffende, Studierende, Absolventen und professionelle Kulturinstitutionen aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet, die sich dem Urteil der Crowd stellen wollen, können sich vom 1. September bis 15. Oktober 2017 unter www.kulturMut.de für eine Teilnahme bewerben. Durch kostenlose Workshops und die Beratung von Startnext erhalten die Bewerber die Chance, ihre Projektideen im Internet optimal zu präsentieren. Im Februar 2018 findet dann die vierwöchige Finanzierungsphase und damit das Crowdfunding für die einzelnen Projekte statt. Gleichzeitig wird durch den Crowdfunding-Prozess und die Beteiligung der Internet-Öffentlichkeit über die Verteilung der Preisgelder entschieden. Die Bewerber, die beim Crowdfunding am erfolgreichsten waren, ihr Finanzierungsziel aber nicht ganz erreichen konnten, erhalten den noch fehlenden Betrag als Preisgeld der Stiftung und des Kulturfonds. Das geschieht in der Rangfolge der Projekte – also nach dem Votum der Crowd – bis der Fördertopf aufgebraucht ist.